Gel Systeme · Produktguide
Base, Builder Gel,Poly und Topder Guide durch die Produkte
Base, Builder, Poly Gel und Top Coat einfach erklärt. So findest du das passende Produkt für deinen Look.

Wenn man zum ersten Mal vor zehn verschiedenen Nagelgels steht, verschwimmen Base, Builder Gel, Poly Gel und Top Coat schnell zu einer einzigen Kategorie.
Dieser Guide erklärt, wozu jedes Produkt dient, wann Builder Gel und wann Poly Gel die bessere Wahl ist und wie sich ein erstes Set zusammenstellen lässt, ohne unnötig Geld auszugeben.
Schreibt über Nagelpflege und sicheres Arbeiten für LAB Queen
Die meisten Haltbarkeitsprobleme entstehen nicht durch ein schlechtes Produkt, sondern durch die falsche Wahl und Anwendung: eine Base, die nicht zur Nagelplatte passt, oder ein Material, dessen Festigkeit nicht zur gewünschten Länge passt. Wer weiss, was jedes Produkt leistet, stellt sein erstes Set leichter zusammen und kauft später gezielt nach, statt zu raten. Nachfolgend gehen wir Schicht für Schicht durch das Gel System. Von der Base bis zum Top Coat, mit konkreten Hinweisen für zu Hause und für Nail Artists, die ihre Routine erst aufbauen.
Die Rolle der Clear Rubber Base, ganz ohne Primer
Die Base ist die erste und wichtigste Schicht in jedem Gel System. Sie stellt die Verbindung zwischen dem Naturnagel und allem her, was danach kommt: Builder-, Jelly- oder Poly Gel, später Farbe und Top Coat. Wird die Base nicht sauber aufgetragen, kann sich die gesamte Arbeit irgendwann abheben. Egal, wie gut die oberen Schichten sind.
Bei einer Clear Rubber Base, unter der kein Primer verwendet wird, entsteht die Haftung aus der Formulierung der Base selbst. Es braucht keine zusätzliche Primerschicht, die die Nageloberfläche angreift und bei dauerhafter Anwendung allergische Reaktionen begünstigen kann. Genau deshalb überspringt das LAB Queen Base System diesen Schritt: Ist der Nagel korrekt vorbereitet, also mattiert, entfettet und ohne Kontakt zur umliegenden Haut, kommt es nicht zum Ablösen.
Für Kundinnen mit empfindlicher Haut lohnt sich ein Blick auf die gesamte hypoallergene Linie, die genau für solche Fälle entwickelt wurde.
Manche Basen auf dem Markt kommen in einer dickeren, elastischeren Rubber-Konsistenz. Sie eignet sich besonders für dünne und weiche Nägel, weil sie das Biegen besser abfedert.
Die Base muss man nicht sehen, um zu merken, dass sie der wichtigste Schritt im ganzen System ist.
Wie der Nagel vor der Base richtig vorbereitet wird
Das Ergebnis der Base hängt stärker von der Vorbereitung ab als von der Formulierung. Vor dem Auftragen wird die Nagelplatte mit einer Feile in 180er Körnung leicht mattiert, sodass der Glanz verschwindet, ohne den Nagel dünner zu machen, und anschliessend gründlich mit Alkohol abgewischt. Die Nagelhaut wird angehoben und gereinigt, denn Base, die auf die Haut läuft, ist die häufigste Ursache für Abheben an den Rändern.
Eine dünne, gleichmässige Schicht Base, die an der freien Kante versiegelt wird (Capping), hält länger als eine dicke Schicht, die nur in der Nagelmitte verteilt wird. Dieser Schritt wird bei schnellem Arbeiten gern übersprungen. Genau er entscheidet darüber, ob die Maniküre drei oder sechs Wochen hält.
Die häufigsten Fehler mit der Base
Drei Fehler wiederholen sich am häufigsten: eine zu dicke Schicht, die in der Lampe langsam und unvollständig durchhärtet; Kontakt der Base mit der Haut rund um den Nagel, was genau dort zum Abheben führt; und das Auslassen des Cappings an der Nagelkante. Alle drei lassen sich lösen, indem man diesen einen Schritt langsamer macht. Nicht, indem man das Produkt wechselt.
Arten von Builder Gel: clear, cover, nude
Builder Gel wird zum Aufgiessen und Verstärken des Nagels verwendet und kommt in drei Grundvarianten, die sich in der Deckkraft und im Einsatzzweck unterscheiden, nicht in der Qualität.
Clear
Transparent, glasklar
Aufgiessen, Unterlage für Gel-Lack, Versiegeln von Glitzer (Ombré/Fade)
Cover
Pigmentiert, deckend
Als Unterlage für French, Babyboomer oder den klassisch natürlichen Look
Nude / Camouflage
Halbtransparent, glasiger
Natürliches, zartes Finish mit leichter Korrektur. Besonders beliebt für den Alltag
Auch die Dichte beeinflusst die Wahl: Ein dichteres Gel gibt etwas mehr Zeit beim Auftragen, ein dünneres verläuft schneller und passt besser zu kürzeren Nägeln und Techniken ohne Feilen. Das komplette Sortiment nach Art und Dichte finden Sie in der Kategorie Builder Gel.
Dichte und Aushärtezeit
Dichtere Gels verlaufen langsamer und geben dadurch mehr Kontrolle beim Formen von Apex und freier Kante, verlangen aber etwas mehr Übung mit dem Pinsel. Dünnere Gels lassen sich leichter in feinen Schichten auftragen, was sie für Verstärkung und Korrektur praktisch macht; für längere Nägel eignen sie sich weniger, weil sie schneller verlaufen und die Form nicht halten.
Die Aushärtezeit hängt von Lampentyp (LED oder UV/LED), Pigmentierung und Material ab. Als Richtwert gilt: Base 30 Sekunden, Builder-, Jelly- und Poly Gel 60–90 Sekunden, Gel-Lack 60 Sekunden und Top Coat 60–90 Sekunden.
Wie man den Farbton für die Kundin wählt
Für Kundinnen, die einen natürlichen Nagel wünschen, sind rosé- und nudefarbene Töne die richtige Wahl. Manchen steht ein rosiger, anderen ein beiger Ton besser. Das hängt vom Hautunterton ab und ist individuell: kühlerer Unterton eher Rosé bis Neutral, wärmerer Unterton eher Beige bis Nude. Ein neutraler Ton passt praktisch zu allen.
Poly Gel: wann es die bessere Wahl ist
Poly Gel ist ein Hybrid aus Builder Gel und Acryl: dichter, es verläuft nicht und wird mit dem Pinsel und etwas Alkohol modelliert. Deshalb ist es einfacher bei Rekonstruktionen, beim minimalen Verlängern vorhandener Nagellänge und beim Arbeiten mit Dual Forms.
Poly Gel ist die bessere Wahl, wenn:
- ·Sie mit Dual Forms arbeiten und ein Gel möchten, das nicht verläuft
- ·Sie erst Sicherheit im Umgang mit dem Pinsel aufbauen und die Dichte Ihnen hilft, die Form zu kontrollieren
- ·Sie Risse auffüllen oder eine abgebrochene Nagelecke ergänzen möchten
- ·Sie eine Rekonstruktion in No-File-Technik machen
Builder Gel bleibt die bessere Wahl für dünnere, natürlichere Verstärkung auf dem Naturnagel oder für präzises Modellieren mit dem Pinsel, ohne den Alkohol, den man beim Poly Gel braucht.
Poly Gel mit Schablonen oder Dual Forms
Beim Giessen mit Schablonen haben Sie mit Poly Gel weniger Arbeit, gerade weil es sich präziser auftragen lässt: Das verkürzt die Arbeitszeit und reduziert das spätere Feilen. Mit Dual Forms wird das Gel direkt auf der Nagelplatte geformt, die Form wird nach der finalen Aushärtung abgezogen. Beide Ansätze verlangen eine andere Routine als die klassische Modellage mit Builder Gel. Es lohnt sich, eine Methode sauber zu üben, bevor man beide kombiniert.
Was Poly Gel nicht gut kann
Poly Gel bildet nur schwer eine sehr dünne Schicht, wie sie bei klassischer Verstärkung auf dem Naturnagel gefragt ist. In solchen Fällen liefern Builder Gel, auch Builder in Flaschen, das natürlichere, präzisere und schönere Ergebnis. Poly Gel bleibt dort besser, wo Struktur aufgebaut wird, nicht dort, wo der Naturnagel nur verstärkt werden soll.
Top Coat: Arten und Unterschiede
Der Top Coat ist die letzte Schicht und bestimmt, wie fertig die Maniküre aussieht und wie lange sie hält. Er muss vollständig ausgehärtet sein, bevor die Kundin den Stuhl verlässt.
- ·Glänzend (glossy): klassisch, hoher Glanz, die häufigste Wahl
- ·Matt (matte): mattiert Design oder Farbe, kein Glanz
- ·Milky: weisslich, ideal für Babyboomer, Milky Gel und Pastelltöne
- ·No-Wipe: hinterlässt keine Schwitzschicht, schneller in der Endphase
- ·Mit UV-Filter: für helle Farben, schützt vor dem Vergilben
- ·Ohne UV-Filter: für dunkle Farben, kein bläulicher Schimmer in der Sonne
Das gesamte Sortiment finden Sie in der Kategorie Top Coat.
Wie der Top Coat länger hält
Der Top Coat muss auch die Nagelkante überziehen und versiegeln, nicht nur die Oberfläche, denn das Abheben beginnt meist genau dort. Eine zu dünne Schicht lässt Teile des Builder Gels ungeschützt, eine zu dicke härtet langsamer aus und zerkratzt in den ersten Tagen leichter. Hände ohne Handschuhe beim Abwaschen oder im Kontakt mit scharfen Reinigungsmitteln verkürzen die Lebensdauer am schnellsten, unabhängig von der Produktqualität.
Zeit in der Lampe und Aushärtung
Ein Top Coat, der nicht vollständig ausgehärtet ist, bleibt klebrig oder trüb, auch wenn er fertig aussieht. Die Aushärtezeit hängt von Stärke und Typ der Lampe ab; es lohnt sich, die Herstellerangabe zu prüfen, statt für jedes Produkt dieselbe Zeit zu verwenden. Das ist die letzte Station, bevor die Kundin geht. Lieber ein paar Sekunden mehr als eine ungenügend ausgehärtete Schicht.
Glänzend oder matt: was hält länger
Der Unterschied in der Haltbarkeit kommt weniger von der Formulierung als von den Gewohnheiten der Kundin. Ein mattes Finish zeigt Mikrokratzer schneller als ein glänzendes, weil auf matter Oberfläche jede Unebenheit stärker sichtbar wird. Für Kundinnen, die den ganzen Tag mit den Händen arbeiten, wirkt ein glänzender oder No-Wipe Top Coat länger gepflegt; matt ist eher die Wahl für die Ästhetik als für maximale Strapazierfähigkeit.
Für den Start: komplettes Set oder einzeln
Am Anfang ist die grösste Frage meist nicht die Marke, sondern ob man ein fertiges Set kauft oder das Sortiment Produkt für Produkt zusammenstellt.
Was ein Einsteiger-Set normalerweise enthalten sollte:
- 1.Base
- 2.Builder-, Jelly- oder Poly Gel in einem transparenten und einem natürlichen Ton
- 3.Ein paar Farbtöne Gel-Lack
- 4.Top Coat (glänzend/milky)
- 5.Grundwerkzeug: Feile, Buffer, Gelpinsel, French-Pinsel, Schablonen zum Giessen oder Dual Forms
- 6.Desinfektionsmittel und Cleaner zum Entfernen der Schwitzschicht (Alkohol)
Budget für das erste Set
Für einen echten Einstieg sind nicht die Gels der grösste Posten, sondern das Werkzeug, das bei jeder Arbeit gebraucht wird: Lampe, Absauger, Sterilisator, Handauflage und Desinfektion. Diese Anschaffungen macht man einmal, während Base, Gels, Farben, Top Coat und Feilen laufend nachgekauft werden. Deshalb ist es sinnvoll, mit einem kleineren, aufeinander abgestimmten Set zu starten und die Farbpalette erst dann zu erweitern, wenn die Sicherheit im Arbeiten da ist.
Wann man vom Set auf Einzelprodukte wechselt
Das erste Signal ist meist der Bedarf an einem Farbton, der im Starterset fehlt, oder ein spürbarer Verbrauchsunterschied zwischen Base und Top Coat, die schneller aufgebraucht sind als das Builder Gel. Nail Artists mit vielen Kundinnen steigen zuerst auf grössere Gebinde von Base und Top Coat um, während sie Builder- oder Poly Gel in mehreren Farbtönen, aber kleineren Tuben führen.
Einzelkauf ist auch für alle sinnvoll, die bereits einen Teil des Werkzeugs oder der Basisprodukte haben und nur ergänzen möchten, etwa ein neuer Farbton Builder Gel oder einen Top Coat in einer anderen Variante. Wenn man die Rolle jedes Produkts einmal verstanden hat, hört das Rätselraten auf, egal ob man mit einem Set startet oder einzeln nachfüllt.
Hinweis: Bei bekannter Acrylat-Allergie oder ausgesprochen empfindlicher Haut machen Sie bitte vor der vollen Anwendung einen Test auf kleiner Fläche und sprechen mit einer Dermatologin oder einem Dermatologen.
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